Workshop 2

Ärztliche Versorgungslücken ade

„Welche Aussage trifft auf Patientendokumentation in Ihrer Praxis am ehesten zu?“

Quelle: Praxisbarometer 2019 KBV, www.bundesaerztekammer.de, www.gesundheitsdaten.kbv.de, www.dkgev.de, BARMER Arztreport 2020, www.vdek.com www.rwi-essen.de (Stand: 2020)

Quelle: Praxisbarometer 2019 KBV, www.bundesaerztekammer.de, www.gesundheitsdaten.kbv.de, www.dkgev.de, BARMER Arztreport 2020, www.vdek.com www.rwi-essen.de (Stand: 2020)

Ist die Zukunft der ärztlichen Versorgung durch den Ansatz digital vor ambulant vor stationär gesichert?

Nicht zuletzt beschleunigt durch die Covid-19-Pandemie haben digitale Technologien den Versorgungsalltag der Leistungserbringer verändert. Veränderte Demografie und die Zunahme multi-morbider Krankheitsbilder erfordern schon seit längerem Innovationen, die helfen können Ärzt*innen bei der Versorgung von Patienten zu unterstützen und zu entlasten. Viele Ansätze und Projekte, die genau das leisten wollen, werden von den Referent*innen vorgestellt. Potential, die ärztliche Versorgungslücke zu schließen, ist in hohem Maße vorhanden. Aber der Workshop zeigt auch, dass viele Hürden den Prozess verlangsamen bzw. verhindern. Angefangen bei Ängsten und Vorbehalten der Ärzt*innen selbst, über unzureichende Interoperabilität von Technik und Daten hin zu gesetzlichen Problematiken und ungeklärten Vergütungsfragen werden die Hemmnisse benannt.

Ein echtes Changemanagement, das mit Ernsthaftigkeit sektorenübergreifende Planung und innovative Versorgungskonzepte in die Versorgung bringt, wird als zwingendes Erfordernis herausgearbeitet.

Der Workshop startet mit der Moderation von Prof. Dr. Daniel Grandt, Chefarzt der Inneren Medizin I im Klinikum Saarbrücken. Die demografische Veränderung der Bevölkerung, die Zunahme chronischer bzw. multi-morbider Krankheitsbilder wie auch der vor allem ländliche Regionen bedrohende Ärzt*innenmangel stellen die Sicherstellung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung vor große Herausforderungen1, führt er den Workshopteilnehmer*innen vor Augen. Welchen Beitrag die Digitalisierung hier leisten könne, um diese Problematik zu lösen, lautet eine der Kernfragen dieses Workshops. Darüber hinaus seien Fragen der Implementierung, Finanzierung sowie des Nutzens von großer Relevanz, denn letztendlich tragen diese Faktoren maßgeblich zur Entscheidung über die Akzeptanz von Patient*innen und Leistungserbringende bei.

Workshop-Beiträge – Ärztliche Versorgungslücken ade

Diskussion aller Referent*innen:

Digital, ambulant und stationär in Idealprozess sinnvoll kombinieren

Moderator Prof. Dr. Daniel Grandt fasst abschließend die Impulse zusammen und stellt fest, dass es nicht darum gehe die Versorgung digital vor ambulant vor stationär zu gestalten, sondern darum mit Hilfe elektronischer Unterstützung den risiko- und fehlerbehafteten Ist-Prozess in einen sicheren und effizienten Ideal-Prozess zu überführen. Patientensicherheit, patientenrelevanter Zusatznutzen, Verbesserung der Versorgungseffizienz und Patienten-Empowerment sind die Kriterien an denen eHealth gemessen und beurteilt werden müsse. Eine für Patient*innen wahrnehmbar bessere Versorgung und die Entlastung der Ärzt* innen von Routinetätigkeiten sind wichtige Determinanten der Akzeptanz digitaler Versorgungsangebote.

Dr. Georg Diedrich ergänzt, dass die/der Ärzt*in einen Vorteil habe und eine Entlastung spüren müsse. Neuerungen wie die eAU würden nicht die/den Ärzt*in entlasten, sondern nur die Krankenkasse. Eine innovative Veränderung müsse den medizinischen Alltag unterstützen, so wie es bspw. eine elektronische Fallakte erfülle. Dr. Ulf Maywald reagiert darauf und betont, dass sie als Kasse natürlich die Versicherten im Blick hätten, allerdings eine Entlastung der Ärztin bzw. des Arztes dennoch als Mehrwert anerkennen würden. Zum Abschluss des Workshops bezeichnet Prof. Dr. Daniel Grandt die Digitalisierung als iterativen Prozess, der nicht am runden Tisch erdacht werde und ohne Fehler in der Praxis umgesetzt werden könne, sondern schrittweise entwickelt und erprobt werden müsse.

Die Diskussion der Referent*innen zeigt. dass ein ldealprozess von digital vor ambulant vor stationär nicht die Lösung sein kann, sondern eher ein sinnvolles Nebeneinander im Fokus stehen muss.

Hier finden sich ergänzende Hinweise und Literaturen, die für die Themen vertiefende Informationen geben:

  1. Kurscheid C. (2016) Sektorenübergreifende Versorgung. MetaForum e.V. (Hrsg.) (2016) Gesundheit neu denken – Politische Handlungsempfehlungen für die 19. Legislaturperiode. Frauenhofer Verlag, Stuttgart

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